{"id":242,"date":"2022-09-16T02:29:00","date_gmt":"2022-09-16T02:29:00","guid":{"rendered":"https:\/\/bisnachher.ch\/?p=242"},"modified":"2022-09-19T02:14:39","modified_gmt":"2022-09-19T02:14:39","slug":"schiffstag-45","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bisnachher.ch\/?p=242","title":{"rendered":"Schiffstag 4+5"},"content":{"rendered":"\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Ein Schiff im Hafen ist sicher, doch daf\u00fcr werden Schiffe nicht gebaut.<\/p><cite><em>John Augustus Shedd<\/em><\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Freitagmorgen, das selbe Spiel wie immer. Der Ausruf des Kapit\u00e4ns weckt uns. Da wir heute einen Seetag haben, beeilen wir uns nicht und bleiben noch etwas liegen. In aller Ruhe standen wir auf und gingen ein letztes Mal Fr\u00fchst\u00fccken. Wir k\u00f6nnen ehrlich sagen, dass wir keinen Toast mehr sehen k\u00f6nnen. Es fehlen uns einfach jegliche Vitamine und Ballaststoffe. Wir tr\u00e4umen laut gemeinsam, dass wir dann im Camper gesund kochen werden, gehen jegliche Lieblingsgerichte von uns beiden durch und \u00fcberlegen, wie wir vor allem das Fr\u00fchst\u00fcck nahrhafter gestalten k\u00f6nnen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir treiben uns heute den ganzen Tag immer wieder draussen herum, in der Aft-Lounge, gehen duschen und waschen nochmals W\u00e4sche. (Muss man ja ausnutzen, wenn es gratis ist \ud83d\ude42 ) Und wir wollen vor allen Dingen unbedingt eines: Frau und Herr Unbenannt aus dem Weg gehen.<br>Wie sich heraus stellt leider UNM\u00d6GLICH!<br>So geht man aus der Lounge raus um nochmals die atemberaubende Landschaft zu genissen und l\u00e4uft Max direkt in die Arme. Lotto!<br>Eine Stunde sp\u00e4ter kann man sich irgendwie aus dem Gespr\u00e4ch man\u00f6vrieren und gegen 12 Uhr beschliessen wir, dass es Zeit ist f\u00fcr einen Mittagsnuck. So verschwinden wir in unser Roomette und tauchten erst gegen 14 Uhr wieder auf.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nicole las ihr zweites Buch fertig, Marco schnitt das Video von der Schiffszeit nochmals neu, da wir noch weiteres Bildmaterial hatten. Dazwischen ergaben sich wieder Gespr\u00e4che mit Familie Unbenannt. Max hat aktuell starke Schmerzen an seinem Fuss. Da wir von Alaskas Freundlichkeit viel mitgenommen haben, halfen wir auch Max mit diversen Medikamenten f\u00fcr seine akuten Schmerzen aus. (Er dankte uns am n\u00e4chsten Tag, sie h\u00e4tten tats\u00e4chlich sehr geholfen.)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gegen den Abend begaben wir uns erneut an die Reling und beobachteten einen riesen Schwarm an Delfinen, welche am Schiff entlang dem Sonnenuntergang schwammen.<br>Wir hatten schon absolutes Gl\u00fcck und sahen am Nachmittag einen Orkawal. So eindr\u00fccklich und leider kaum auf einem Foto festhaltbar. Die Tiere bewegen sich so schnell, sehen auf dem Foto aus wie kleine Stecknadeln und so entschliesst man sich, den Moment einfach mit den Augen zu geniessen und ins Herz anstatt auf einer Speicherkarte abzuspeichern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seit gestern Abend wissen wir nun, dass jeweils nach unserem Abendessen um circa 20:30 Uhr frische Zimtschnecken gebacken werden. Gestern teilten wir uns br\u00fcderlich einen und als uns heute nochmals den Gusto \u00fcberkam, holten wir uns gleich zwei. Lisa, die B\u00e4ckerin des Schiffes hatte ziemlich Freude uns lies uns wieder ausw\u00e4hlen, welches frisch gebackene Teil wir m\u00f6chten. <br>Wir unterhielten uns einen Moment, fragten Lisa aus, wie es ist auf einem Schiff zu arbeiten, wie die Arbeitszeiten auss\u00e4hen und wie sich dies vereinbaren l\u00e4sst mit ihrer Familie.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach einem letzten fantastischen Abendessen begaben wir uns in die Kabine, schauten unsere Serie weiter und packten nebenbei bereits unsere Rucks\u00e4cke.<br>Fr\u00fcher als sonst gingen wir schlafen, da wir am n\u00e4chsten Morgen um 7 Uhr respektive 8 Uhr in Bellingham ankommen sollten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">_______________________________________________________________________________________<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Tag 5 und die Ankunft in Bellingham war ziemlich unspektakul\u00e4r. Irgendwie merkt man die Stunde Zeitverschiebung nicht und trotzdem waren wir ziemlich m\u00fcde.<br><br>Wir packten morgens fr\u00fch fertig und begaben uns zur Schiffsrezeption. Dort gaben wir die Schl\u00fcssel ab, Frau Unbeannt verabschiedete sich mit einer dicken Umarmung von uns und so trotteten wir um 8:15 Uhr ab dem Schiff in Richtung Bushaltestelle.<br>Was wir ergoogled hatten, wie wir nach Everett kommen stimmte wohl wochentags. Da jedoch Samstagmorgens war, standen wir da und warteten vergebens auf dem Bus. Samstag f\u00e4hrt n\u00e4mlich kein Bus nach Everett von Bellingham. Zumindest keine \u00f6ffentliche Verkehrsmittel.<br>Zum Gl\u00fcck gab es im Bahnhof gratis Wlan womit wir uns dann mit einer Art von Flixbus ein Ticket nach Everett kauften.<br>Dieser Greyhoundbus brachte uns zum Bahnhof Everett und von dort stiegen wir in den \u00f6ffentlichen Bus nach Lynnwood zu unserem Hotel.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schon als wir aus dem Schiff ausstiegen wurde uns schnell klar, wie schwierig das atmen hier ist. Die aktuellen Waldbr\u00e4nde machen dem Land zu schaffen. Alles sieht ein wenig nach Saharastaub in der Schweiz aus. Die Weite liegt in einem unangenehmen Nebel. Die Sonne brennt r\u00f6tlich am Himmel.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach einer eindr\u00fccklichen Busfahrt nach Lynnwood und einem kurzen Marsch zu unserem Hotel waren wir platt.<br>Was wir in den letzten Minuten an Armut, Amerika-pur und Anstrengung erlebten gibt uns beiden zu denken.<br>An den Bushaltestellen wir in den Einkaufswagen gekocht, es wir auf den B\u00e4nken der Bushaltestellen geschlafen und Drogen konsuminiert.<br>Willkommen in der USA nach Corona.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Hotel angekommen k\u00f6nnen wir zwar noch nicht einchecken, da das Zimmer noch nicht fertig sei, k\u00f6nnen jedoch das Gep\u00e4ck hier lassen und gegen 14 Uhr wieder kommen.<br>Wir entschliessen uns auf die andere Seite der Stadt zu laufen und uns auf die Suche nach Essen zu machen. Schliesslich hatten wir heute noch gar nichts und m\u00fcssen auch noch f\u00fcrs Abendessen heute Abend etwas organisieren. Denn wir beide sind uns einig, dass wir in dieser Gegend nach Eindunkeln nicht mehr raus m\u00f6chten. Zu sehr sind wir geschockt von den Eindr\u00fccken alleine am Tag.<br>Auch m\u00fcssen wir uns noch um unser Internetproblem k\u00fcmmern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach circa 25 Minuten gelangen wir zu einem Mexikaner. Marco isst einen grossen Burrito mit Beef und Nicole einen Salat mit Scampies. Ach was geniessen wir das gratis Wasser in den Restaurants von Amerika. An das k\u00f6nnten wir uns glatt gew\u00f6hnen.<br>Als wir das Restaurant verliessen gingen wir weiter zu einem Safeway. Marco versuchte via Chat unsere Simkarte mit Datenvolumen zum laufen zu bringen. Dies funktionierte leider auch nach \u00fcber einer Stunde nicht, womit wir dann aufgaben und doch eine Karte mit Datenvolumen vor Ort im Supermarkt kauften. (Mit diesem schreiben wir auch aktuell die Beitr\u00e4ge und navigieren uns von Spot zu Spot.)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir erhielten w\u00e4hrend es Einkauf eine Warnmeldung auf unser Handy. Der Staat sendet jedem Handynutzer eine automatisierte Meldung, dass irgendwo ein Brand in deiner N\u00e4he sei und wie du dich zu verhalten hast. Knappe 10 Minuten sp\u00e4ter folgte dann die Entwarnung, dass es nur ein Fehlalarm sei. <br>Es ist schon eindr\u00fccklich, wie hier in der USA alles funktioniert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit einem Znacht im Rucksack begaben wir uns auf den Weg zur\u00fcck zum Hotel. Wir bemerkten langsam den W\u00e4rmeunterschied. So war Marco schon fast im Shirt zu warm in der Nachmittagssonne zu gehen. Man untersch\u00e4tzt den Unterschied von 14 Grad mit Wind zu 26 Grad dr\u00fcckende Sonne.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Hotel angekommen bezogen wir unser riesen Zimmer (wir erhielten ein kostenfreies Upgrade) und widmeten uns dem Foto sicheren, den morgigen Tag in Seattle planen und Verbindungen raus suchen sowie dem Simkarteneinrichten.<br>Schwupps war auch schon Zeit um Znacht zu essen. Irgendwie realisiert man nicht, wie schnell die Zeit verfliegt bei solchen Dingen. Sie k\u00f6nnen Stunden verfressen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Deutlich nach halb ein nachts begaben wir uns zum schlafen in das riesige amerikanische Bett. Wir h\u00e4tten gemeinsam locker drei Mal drin Platz gehabt.<br>Der Wecker war gestellt und wir freuten uns auf den Tag in Seattle.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der ganze Seetag mit dem darauf folgenden Schiffverlassen und in Bellingham ankommen bzw. \u00dcberfahrt nach Lynnwood.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[7,14,5],"tags":[32,30,28,15,31,33],"class_list":["post-242","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-reisen","category-tagebuch","category-weltreise","tag-bellingham","tag-faehre","tag-internet","tag-reisen","tag-schiff","tag-seattle"],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/bisnachher.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/242","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/bisnachher.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/bisnachher.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bisnachher.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bisnachher.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=242"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/bisnachher.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/242\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":353,"href":"https:\/\/bisnachher.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/242\/revisions\/353"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/bisnachher.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=242"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/bisnachher.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=242"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/bisnachher.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=242"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}