{"id":1327,"date":"2022-12-12T09:51:00","date_gmt":"2022-12-12T09:51:00","guid":{"rendered":"https:\/\/bisnachher.ch\/?p=1327"},"modified":"2022-12-11T19:58:32","modified_gmt":"2022-12-11T19:58:32","slug":"ein-wortwoertlich-verschissener-tag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bisnachher.ch\/?p=1327","title":{"rendered":"Ein wortw\u00f6rtlich verschissener Tag"},"content":{"rendered":"\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Man sollte in&nbsp;<strong><em>schlechte<\/em>n&nbsp;<em><em>Zeiten<\/em><\/em>&nbsp;<\/strong>nie vergessen,<br>dass es auch mal anders war. &#8211; In&nbsp;<strong><em>guten<\/em> <\/strong>aber auch nicht.<\/p>\n<cite><em>Josef Bordat<\/em><\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Morgen begann, wie der gestrige Abend endete. Marco ging es zum Gl\u00fcck wieder relativ gut, Nicole daf\u00fcr umso schlechter.<br>So ersch\u00f6pft, wollten wir zuerst das Fr\u00fchst\u00fcck aussen lassen, konnten uns dann aber doch noch aufraffen und freuten uns auf die Fruchtschale.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Heute geht es auch schon wieder zur\u00fcck nach Calama und von dort nach Santiago. Erneut mit dem 24h Bus. Also das selbe Spiel wie vor 3 Tagen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir packten unseren Rucksack, gaben um 11 Uhr den Sch\u00fcssel unseres Zimmers ab und warteten dann in der Aufenthaltszone unseres Hostels auf den Bus.<br>Gestern hatten wir noch mit den anderen G\u00e4sten diskutiert, ob wir die Zeit in Calama verbringen m\u00f6chten oder doch lieber einen Bus sp\u00e4ter von hier nehmen und dann gleich den Anschluss ab Calama wahrnehmen.<br>Alle rieten uns ja keine lange Aufenthaltszeit in Calama zu generieren und lieber hier zu bleiben.<br>Einer Reisenden wurde n\u00e4mlich bei der Ankunft Hundekot in fl\u00fcssiger Form \u00fcber den gesamten Backpack geschmissen. Eine andere wurde ausgeraubt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So kam es, dass wir uns mit unserem Gep\u00e4ck an den Tischen nieder liesen, unsere Idee vom Autokauf in Neuseeland einlasen und einen Blogeintrag schrieben.<br>Die anderen Reisenden waren heute auch mehr oder weniger hier und unterhielten sich einwenig mit uns.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um 14:00 Uhr packten wir dann unsere Dinge und liefen zum Busterminal um dort unser Ticket nach Calama zu kaufen.<br>Dies klappte wie beim ersten Mal auch schon super gut und so sassen wir um 15 Uhr auch schon im Bus f\u00fcr nach Calama.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die R\u00fcckfahrt konnten wir viel mehr geniessen als die Hinfahrt, bestaunten die Landschaft und sind einwenig wehm\u00fctig, m\u00fcssen wir diese Ortschaft schon wieder verlassen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Calama angekommen nehmen wir den Weg durch die Innenstadt um wieder das Busterminal zu wechseln. Ein fataler Fehler!<br>W\u00e4ren wir doch lieber auch wieder durch die lange Seitenstrasse der Stadt gelaufen. Wir mieden diese, da diese l\u00e4nger dauerte und an einem grossen Obdachlosenlager vorbeif\u00fchrte. (Wir haben hier, anders wie in der USA, zwar gute Erfahrungen mit Obdachlosen gemacht, waren aber nach der Klauaktion der Reisende vom Hostel etwas vorsichtig.)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir liefen also die 1,5 Kilometer zur\u00fcck, bis mir pl\u00f6tzlich etwas am Bein nass vor kam. Keine Sekunde sp\u00e4ter riechte ich den abartig penetranten Geruch.<br>Ich fragte Marco, ob ich etwas nasses hinten habe, oder ich in eine Pf\u00fctze getreten bin. Er sah auf den ersten Blick nichts und wir liefen weiter.<br>Als ich fast w\u00fcrgen musste vom Geruch, bat ich Marco nochmals meine R\u00fcckseite zu kontrollieren. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Ein grosses Learning bei Rucksackreisen war immer: NIE in der Menschenmenge den Rucksack abstellen und unachtsam sein. Gerade dann klauen dir Menschen irgendetwas, da du unaufmerksam bist.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ja und dann sagte Marco das, was ich genau bef\u00fcrchtete. Ich wurde mit Hundescheisse komplett vollgespritzt. Marco sah gerade noch, wie der Herr mit seiner Plastikflasche und seine Freundin davon lief. Toll, Lotto und ich schon fast am weinen.<br>Nun galt wie das oben: Ja nicht anhalten in der Menschenmenge sondern weiter laufen und an einem ruhigen Ort ohne Menschen sich um die Reinigung k\u00fcmmern.<br>Die Wasserflasche musste aufs erste reichen, mit welcher Marco meinen Rucksack absp\u00fclte.<br>Ein paar hundert Meter weiter versuchten wir das gr\u00f6bste zu reinigen. Ihr k\u00f6nnt euch nicht vorstellen, wie eckelhaft und vor allem dies gestunken hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da wir eh zum n\u00e4chsten Supermarkt laufen wollten um noch Proviant f\u00fcr die Fahrt einzukaufen, nutzten wir diese Gelegenheit noch um Desinfektionst\u00fccher f\u00fcr die Reinigung zu besorgen.<br>Ich war komplett ersch\u00f6pft, hustete immer mehr, mein Kopf wollte gef\u00fchlt explodieren und hatte zu allem hin einen verkackten Rucksack mit verkackter Hose und lief so durch die Strassen von Calama.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir besorgten unsere Dinge und liefen zum Busterminal, welches nur wenige Schritte vom Supermarkt entfernt war.<br>Dort spielte gerade noch die Schweiz gegen Portugal auf der Live\u00fcbertragung und Marco widmete sich meinem Rucksack.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach dem Ausscheiden der Schweiz ging es dann auch in den Bus. Dort fragte ich den Servicebegleiter des Turbuses, ob er meinen Rucksack mit dem Spray f\u00fcr die Sitze einspritzen kann.<br>Etwas fragend machte er dies dann auch und schien erst sp\u00e4ter zu realisieren, was mir wohl passiert ist. Dann zeigte er sein Mitleidl\u00e4cheln und fragte, ob ich sonst noch etwas brauchen w\u00fcrde. Dankbar lehnte ich ab und wir stiegen zu unseren Pl\u00e4tzen nach oben. Hoffen wir mal, dass der Spray wirkt, denn der Geruch ging einfach nicht weg.<br><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/192.168.178.135\/wp-content\/uploads\/20221206_143927855619623809397883-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1332\" srcset=\"https:\/\/bisnachher.ch\/wp-content\/uploads\/20221206_143927855619623809397883-768x1024.jpg 768w, https:\/\/bisnachher.ch\/wp-content\/uploads\/20221206_143927855619623809397883-225x300.jpg 225w, https:\/\/bisnachher.ch\/wp-content\/uploads\/20221206_143927855619623809397883-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/bisnachher.ch\/wp-content\/uploads\/20221206_143927855619623809397883-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/bisnachher.ch\/wp-content\/uploads\/20221206_143927855619623809397883-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Der Turbus von Calama nach Santiago zur\u00fcck<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Leider war diese Busfahrt alles andere als angenehm und viel anstrengender als die Hinfahrt.<br>Alles hustete im Bus, es war sehr unruhig und auch empfanden wir den Platz heute deutlich kleiner als das letzte Mal.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der Reihe neben uns machte eine Reisende w\u00e4hrend der Fahrt einen CoVid-Schnelltest, welcher prompt positiv war. Sie stieg zum Gl\u00fcck beim n\u00e4chsten Halt aus.<br><br>Als ich dann nett von der Sitznachbarin angetippt wurde und sie mich unmissverst\u00e4ndlich bat, eine Maske anzuziehen aufgrund meines Hustens, bat ich einfach zu Gott, dass die n\u00e4chsten 15 \u00fcbrig gebliebenen Stunden schnell vorbei gehen sollen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Irgendwann kamen wir dann auch nach einem langen Stau \u00fcber eine Stunde zu sp\u00e4t in Santiago an. Neben uns: der Airportshuttle-Bus. Lotto. <br>Wir fragten, wann dieser abfahren w\u00fcrde und hatten genau noch 4 Minuten Zeit, zum unsere Rucks\u00e4cke zu holen und Tickets zu besorgen.<br>Es ging zum Gl\u00fcck alles auf und so konnten wir ohne Wartezeit direkt zum Flughafen in Santiago.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dort angekommen wollten wir uns einchecken, was leider nicht ging und so gingen wir, obwohl der Hunger gar nicht gross war unser Gewissen jedoch sagte, dass nach \u00fcber 48 Stunden mal etwas richtiges zu Essen das Beste sei, in ein g\u00fcnstiges Restaurant. (Auch das suchten wir zuerst und wechselten noch vom nationalen zum internationalen Flughafen, da es da deutlich g\u00fcnstiger war. Und die Bewegung schadete uns auch nicht.)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach einem gemischten Salat und Patates gingen wir zur\u00fcck uns suchten uns ein ruhiges Pl\u00e4tzchen, wo wir beide versuchten auf unseren Rucks\u00e4cken zu schlafen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um 1:30 Uhr gingen wir erneut zum check in Schalter und versuchten unser Gl\u00fcck erneut. Aber unser Billigtarif lies dies nicht zu und so mussten wir uns in die Schlange anstellen.<br>Eingecheckt und durch die Sicherheitskontrolle sassen wir dann zu irgendeinem Gate, da unseres erst nach 4 Uhr bekannt gegeben wurde.<br>Was f\u00fcr ein Zufall: es war dann genau dieses, an welchem wir uns nieder gelassen hatten.<br>Wir schliefen beide nochmals, hatten extrem kalt und waren froh, als wir dann endlich boarden konnten.<br>Ach ja, da war wieder das selbe Spiel wie in Miami: im Billigtarif kannst du nur mit Extrageb\u00fchren nebeneinander sitzen und dieses Risiko gehen wir ja sehr gerne ein um ein paar Franken zu sparen.<br>Dieses Mal w\u00e4re Marco in Reihe 19 platziert und ich in Reihe 28. Beide jeweils den Mitteplatz.<br>Am Gate fragte ich eine Flugbegleiterin am Schalter, ob der Flug voll w\u00e4re und ob wir nicht nebeneinander sitzen k\u00f6nnten. Das war absolut kein Problem und ein paar Minuten sp\u00e4ter hatten wir neue Boardkarten in der Hand mit Fenster- und Mitteplatz in Reihe 28. (ohne Extrakosten \ud83d\ude09\ud83d\udc4d)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Flug war bis auf den letzten Sitz voll und Sky-Airline w\u00fcrden wir f\u00fcr l\u00e4ngere Strecken absolut nicht empfehlen.<br>Aber auch dieser Flug ging vor\u00fcber und der Sonnenaufgang entschuldigte vieles.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/192.168.178.135\/wp-content\/uploads\/20221208_0536059019346669648327559-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1333\" srcset=\"https:\/\/bisnachher.ch\/wp-content\/uploads\/20221208_0536059019346669648327559-768x1024.jpg 768w, https:\/\/bisnachher.ch\/wp-content\/uploads\/20221208_0536059019346669648327559-225x300.jpg 225w, https:\/\/bisnachher.ch\/wp-content\/uploads\/20221208_0536059019346669648327559-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/bisnachher.ch\/wp-content\/uploads\/20221208_0536059019346669648327559-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/bisnachher.ch\/wp-content\/uploads\/20221208_0536059019346669648327559-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">leider ein bisschen verschwommen, trotzdem wundersch\u00f6n: Santiago unter uns im Lichtermeer und er lila Himmel<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Tag, an dem wir an den Menschen zweifeln und wir quasi \u00fcber 48 Stunden wach sind.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[7,14,5],"tags":[94,86,67,10,15,92,89,95,16],"class_list":["post-1327","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-reisen","category-tagebuch","category-weltreise","tag-calama","tag-chile","tag-fliegen","tag-freiheit","tag-reisen","tag-sanpedrodeatacama","tag-santiago","tag-scam","tag-tagebuch"],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/bisnachher.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1327","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/bisnachher.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/bisnachher.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bisnachher.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bisnachher.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1327"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/bisnachher.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1327\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1342,"href":"https:\/\/bisnachher.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1327\/revisions\/1342"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/bisnachher.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1327"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/bisnachher.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1327"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/bisnachher.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1327"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}